Mannschaftsführer - Was für eine schlimme Aufgabe !?


Liebe Schachfreunde, wieder einmal möchte ich ein wenig öffentlich rummeckern. Ja, es ist tatsächlich so, dass wir vielleicht zwei Mannschaften mehr im Ligabetrieb melden könnten, wenn wir nur genügend Mannschaftsführer hätten! Oder umgekehrt, es droht ernsthaft, dass wir ein Team nicht melden können, nur weil es keinen Mannschaftsführer gibt, obwohl die Spieler alle spielfreudig und -willig sind!?

Ein Telefon bedienen, und vielleicht einmal ein E-Mail schreiben, das sollte doch heutzutage jeder können, oder nicht? Insofern könnte JEDER im Team als Mannschaftsführer fungieren. Oder sehe ich da irgendetwas falsch?

Denn einmal mehr möchte ich diejenigen unter unseren Vereinskollegen ansprechen, die noch nie ein Amt im Verein bekleidet haben. Leute, so geht das nicht!! Es ist absolut unfair und wenig sozial alle Aufgaben für die Allgemeinheit immer nur denjenigen aufzubürden, die so blöd waren so etwas schon mal zu machen. Kommt endlich aus eurer Komfortzone heraus und tut auch einmal etwas für die Allgemeinheit.

Was muss ein Mannschaftsführer eigentlich machen? Er muss ganz bestimmt NICHT vor Spielbeginn alle Spiele alleine aufbauen. Er muss ganz bestimmt NICHT am Ende alles Material plus etwaige Möbel alleine wegräumen. Da sind ALLE dabei, denn das ist eine gemeinschaftliche Aufgabe. Es geht gar nicht an, wenn sich Teamkollegen exakt zwei Minuten vor Spielbeginn einfinden, sich wie die Prinzessin auf der Erbse ans aufgebaute Brett setzen, und sich ziemlich schnell nach Ende der eigenen Partie verdrücken, bevor es anfängt nach Arbeit zu riechen. Einmal mehr möchte ich unseren ehemaligen langjährigen Vorstand Hanno Dürr zitieren, der auf Seite 2 in der Ausgabe des Schachfreunds vom Juli 1984 schreibt: „Ich hoffe, dass sich alle SF besinnen, dass Beitragszahlung als Engagement in ehrenamtlich geführten Vereinen nicht genug sein kann. Alle Mitglieder müssen die organisatorische Last unseres Vereinslebens mittragen, sonst geht schnell nichts mehr!“.

Aber ist diese Last denn wirklich so groß? Was also muss der Mannschaftsführer wirklich tun? Er ist natürlich für die Mannschaftsaufstellung verantwortlich. Er muss sich also rechtzeitig per Mail oder Telefonanruf vergewissert haben, dass 8 (oder 6 oder 4, je nach Spielklasse) Spieler die ernsthafte Absicht hegen sich 15 Minuten vor Spielbeginn am richtigen Tag und am richtigen Ort zum Match einzufinden. Und er muss sichergestellt haben, dass es jemanden gibt, der beim Heimspiel den Spielsaal rechtzeitig aufschließt, und idealer Weise auch einen Schlüssel hat. Und zugegeben, er muss auch abwarten, bis das letzte Spiel des Matches zu Ende ist.

Aber er DARF seine Mitstreiter gerne daran erinnern, dass es nicht von großem Teamgeist zeugt, erst ganz knapp vor Spielbeginn zu erscheinen, sich nach Ende der eigenen Partie möglichst schnell vom Acker zu machen, oder sich vor dem Auf- oder Abbauen zu drücken. Also prüft es bitte höchst wohlwollend, solltet ihr jemals gefragt werden, ob ihr vielleicht auch einmal den Mannschaftsführer geben könntet.

Claus Seyfried

P.S.: Bei unseren Jugendteams in der B-Klasse dürfen sich gerne auch die Eltern unserer ganz jungen Spieler melden, bzw. sich diese Aufgabe mit anderen Eltern teilen.